
Bari
Bari ist die Hauptstadt Apuliens und eine der wichtigsten Hafenstädte Süditaliens. Für Kreuzfahrtpassagiere verbindet die Stadt eine kompakte Altstadt, bedeutende Kirchen, lebendige Straßenmärkte und eine lange Uferpromenade. Bari ist zugleich das wichtigste Tor zu Ausflugszielen wie Alberobello, Polignano a Mare und Matera.
Hier sind einige wichtige Informationen für Kreuzfahrtpassagiere, bevor sie in Bari ankommen:
1. Bari Vecchia und Altstadt

Bari Vecchia ist ein dichtes Netz aus Gassen, kleinen Plätzen und bewohnten Häusern zwischen Hafen und Neustadt. Die Altstadt ist keine reine Museumskulisse, sondern ein lebendiges Wohnviertel.

Zu den wichtigsten Orten gehören die Basilica San Nicola, die Kathedrale San Sabino, das normannisch-staufische Kastell

und die Piazza Mercantile.
In der sogenannten Orecchiette-Straße formen Bewohnerinnen häufig vor ihren Häusern die typische apulische Pasta. Besucher sollten dabei Privatsphäre respektieren und vor Nahaufnahmen fragen.
2. Menschenmengen und Kreuzfahrttourismus
Bari empfängt zahlreiche Fähr- und Kreuzfahrtpassagiere.
Rund um Basilica San Nicola und Altstadt kann es an großen Schiffstagen eng werden, insgesamt verteilen sich die Besucher aber besser als in Venedig.

Wer die Basilica ruhig erleben möchte, kommt möglichst früh. Während religiöser Feiern und rund um die Feste des heiligen Nikolaus können Zugänge und Straßen zeitweise eingeschränkt sein.
3. Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Die Basilica San Nicola ist das wichtigste Heiligtum der Stadt. In der Krypta werden Reliquien des heiligen Nikolaus verehrt, weshalb katholische und orthodoxe Pilger nach Bari kommen.
Das Castello Svevo wurde unter normannischen und staufischen Herrschern ausgebaut und beherbergt Ausstellungen. Die Kathedrale zeigt die klare Formensprache der apulischen Romanik.

Der Lungomare, das Teatro Margherita und das Teatro Petruzzelli zeigen die elegante Seite des modernen Bari.
4. Klima und beste Reisezeit
Bari besitzt ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden Wintern. Juli und August können für längere Altstadtrundgänge sehr heiß sein.

Sonnenschutz, Kopfbedeckung und Wasser sind im Sommer unverzichtbar. Frühjahr und Herbst bieten meist angenehmere Temperaturen für Stadt und Ausflüge.
5. Sprache und Währung
Amtssprache ist Italienisch; daneben wird der lokale Barese-Dialekt gesprochen. In touristischen Betrieben ist Englisch verbreitet, aber nicht überall selbstverständlich.
Bezahlt wird mit dem Euro.

Karten werden in Hotels, Restaurants und größeren Geschäften akzeptiert. Für Märkte, Espressobars und kleine Bäckereien ist Bargeld nützlich.
6. Essen und Trinken
Bari ist berühmt für Orecchiette, häufig mit Stängelkohl, Knoblauch und Sardellen serviert. Weitere Spezialitäten sind Focaccia barese mit Tomaten, Panzerotti und rohe oder gegarte Meeresfrüchte.

In den Gassen werden kleine Snacks und Backwaren angeboten. Wer rohe Meeresfrüchte probiert, sollte auf einen seriösen, gut gekühlten Anbieter achten.
Zu den regionalen Weinen gehören Primitivo, Negroamaro und Weißweine aus Apulien. In Restaurants kann ein Coperto berechnet werden.
7. Hafen und Transport
Der Kreuzfahrthafen liegt nahe der Altstadt. Je nach Liegeplatz erreicht man Basilica und Altstadt in ungefähr zehn bis zwanzig Minuten zu Fuß; innerhalb des Hafens kann ein Shuttle bis zum Ausgang verkehren.
Taxis und häufig auch kleine touristische Rundfahrzeuge stehen am Hafenausgang. Den Preis sollte man vor Fahrtbeginn bestätigen und bei Taxis auf das Taxameter achten.
Der Hauptbahnhof Bari Centrale liegt südlich der Altstadt und ist Ausgangspunkt für Regionalzüge. Für weiter entfernte Ziele muss ausreichend Rückkehrreserve eingeplant werden.
8. Historische und religiöse Bedeutung
Bari war unter Byzantinern, Normannen und Staufern ein bedeutendes Verwaltungs- und Handelszentrum. Die Architektur der Altstadt spiegelt diese wechselnden Herrschaften wider.

Die Überführung der Nikolausreliquien aus Myra im Jahr 1087 machte Bari zu einem internationalen Pilgerzentrum. Die Verehrung verbindet bis heute westliche und östliche Christen.

Kaiser Friedrich II. ließ das Kastell ausbauen und prägte die Geschichte Apuliens nachhaltig.
9. Verhaltensregeln und praktische Hinweise
In Basilica und Kathedrale sind Schultern und Knie zu bedecken; während Gottesdiensten sollte auf Besichtigungen und Fotografieren verzichtet werden.
Altstadtpflaster kann glatt sein. Im lebhaften Verkehr außerhalb der Fußgängerzonen sollte man Zebrastreifen aufmerksam nutzen und nicht automatisch davon ausgehen, dass Fahrzeuge anhalten.
Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent ist bei gutem Service üblich, sofern die Bedienung nicht bereits berechnet wurde.
10. Tagesausflüge und Umgebung

Alberobello ist für seine Trulli mit kegelförmigen Steindächern bekannt und gehört zum UNESCO-Welterbe. Ein organisierter Transfer ist bei begrenzter Hafenzeit am sichersten.
Polignano a Mare liegt an einer spektakulären Felsküste und ist per Regionalzug vergleichsweise schnell erreichbar. Monopoli bietet eine kleinere Altstadt und einen malerischen Hafen.

Matera mit seinen Höhlenwohnungen ist außerordentlich sehenswert, aber weiter entfernt und mit steilen, unebenen Wegen verbunden.
Fazit: Bari verbindet Pilgergeschichte, süditalienisches Alltagsleben und ausgezeichnete Küche. Wer in der Stadt bleibt, kann Basilica, Bari Vecchia und Lungomare bequem kombinieren; längere Hafenaufenthalte eröffnen zusätzlich attraktive Ausflüge in Apulien.